Donnerstag, 7. Februar 2013
Freitag, 11. Januar 2013
Mittwoch, 9. Januar 2013
Dienstag, 8. Januar 2013
Normalerweise bin ich nur ein kleiner Träumer, aber auf keinen Fall ein Zukunftsplaner. Ich lebe mehr so vor mich hin und stelle mich jeden Tag erneut der Herausforderung, meinen Alltag zu meistern. Seit rund einem Monat ist alles anders. Ich plane. Male farbenfrohe Bilder von einem Heim, vertrauten Gesichtern und viel Holz, Stein und Land um mich herum. Die Stadt hat mich aufgezehrt. Die Dauergeräuschkulisse Stadt, in der die Lichter nie ausgehen, lässt allmählich mich rast- und ruhelos werden. Neue Ziele sind gesteckt und wenn es so weit ist, packe ich meine Taschen und sage: "Adieu geliebte Großstadt, ich komm sicher ab und an auf einen Besuch vorbei aber jetzt geht es zurück zu den Wurzeln."
Weil sich der Liebste zur Vorweihnachtszeit total übernommen hat, konnte ich diverse Neuzugänge vor dem Badezimmerspiegel Willkommen heißen. Dinge, die gut riechen, wunderbar pflegen und unwiderstehlich schön machen. Luxusgegenstände, die mir vor oder nach einem Tag zwischen Buchstaben und Papier, eine schützende Maske anlegen oder aber den Alltagsstaub vom Gesicht holen. Über die Notwenigkeit lässt sich sicher streiten, aber die Mühe und Sorgfalt bei der Auswahl sowie der Gedanke und die Geste dahinter, lassen mich immer wieder innehalten und staunen, wie man in so kurzer Zeit, so viel Kenntnisse über den anderen erlangen und diese anschließend so gekonnt und liebevoll umsetzen kann.
Donnerstag, 3. Januar 2013
Erkenntnisse zum Ende des Jahres sind oft überraschend, ein bisschen schmerzhaft, aber auch heilsam. Sie führen unweigerlich zu guten Vorsätzen, die man am Silvesterabend in Stein meißeln möchte.
Eine Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Es gibt Freundschaften, die nur im kleinsten Umfeld funktionieren. Zu zweit sind wir unschlagbar. Wenn wir uns außerhalb des sicheren Zweierkontextes bewegen, mutieren wir zu Monstern an uns selbst und werden ignorant, nervig und gemein.
Ist das eine besondere Form der Eifersucht? Ist es Egoismus oder gar Egozentrik?
Der Tatsache ins Auge gesehen, wirft diese Erkenntnis gleich einen Haufen weiterer Fragen auf.
Sind Ländergrenzen gleichzeitig manchmal Persönlichkeitsgrenzen?
Wie weit darf Akzeptanz gehen?
Was muss und was sollte man sich zum Wohle anderer gefallen lassen?
Wie weit darf das Bild, was andere von einem haben könnten, unser Handeln beeinflussen?
Muss man immer Rücksicht nehmen?
Mit etwas Abstand und vielen Kilometern werden sich die aufgeheizten Gemüter wieder beruhigen. Bis dahin lassen wir Gras über die Sache wachsen.
Montag, 17. Dezember 2012
Der Mensch ist ein Suchender. Die Frau vermutlich noch mehr, als der Mann. Aber was passiert, wenn man die Suche an jemand anderen übergibt und man dabei den Schutz der Persönlichkeit komplett außen vor lässt? Wie weit darf der Wunsch nach Komplettierung gehen? Darf man dabei alles von sich preisgeben oder setzt man sich dann nicht gleich freiwillig an den Katzentisch? Der Zwiespalt zwischen dem Herzenswunsch und der Wahrung der Persönlichkeit könnte nicht größer sein. Mich glücklich schätzend, dass mir derlei schwerwiegende Entscheidungen erspart bleiben, wächst jedoch die Sorge um die betreffende Person von Mal zu Mal mehr und ich frage mich, ob wir nicht alle übersehen, wie sehr seelische Einsamkeit einen in den Abgrund reißen kann.
Samstag, 15. Dezember 2012
Vorweihnachtlichkeit löste bei mir Fluchtreflex und Würgereiz aus. Es sich gemütlich machen, mit Weihnachtsmusik, Kuschelfell, Gebäck und Weihnachtsdeko war zwar immer nett, aber nie mein Lebensinhalt. Stattdessen hielt ich mich immer für den Winterfreund. Weihnachten naja, aber Schnee, Kälte, Fellkapuze und Spaziergänge durch die winterliche Kulisse, das war mein Ding. Neuerdings ertappe ich mich dabei, wie mir bei schöner, klassischer Weihnachtsdeko das Herz aufgeht. Ein einfacher Adventskranz mit vier schlichten Kerzen, Tannenzapfen, Orangenscheiben versetzten mich in Verzückung. Schlichte Elemente ohne viel Zauber und Tamtam sind genau das, was mein Auge mag.
Ich will den Ursprung dieses Wandels gar nicht genau ergründen. Fakt ist jedoch, dass mich die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr ganz besonders in ihren Bann zieht. Ich zelebriere Adventssonntage gedanklich oder tatsächlich, ich freue mich über den Schnee, der draußen schon seit Tagen liegt, ich bekomme eine Gänsehaut, wenn mir der Duft von Tannennadeln in die Nase steigt, sobald ich meine Wohnung betrete, ich grinse bei frostroten Wangen und Nasen. Nach wie vor hat die Adventszeit in Berlin immer noch äußerst wenig mit Besinnlichkeit zu tun, aber ich für meinen Teil ruhe mich auf meiner neu entdeckten, persönlichen inneren Weihnachtsmitte aus und genieße die letzten Adventstage, bevor es dann auch schon kopfüber an die Silvestervorbereitungen geht.
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Dienstag, 4. Dezember 2012
Auch der Ansatz, Persönlichkeiten in eine Jacke zu stecken, die sich Normalsterbliche nie oder nur unter jahrelangen Entbehrungen leisten könnten, ist mir etwas zu einfach. Wäre es nicht viel spannender gewesen eine Schulklasse, die Näherinnen des Little Black Jacket oder die Stammkunden vom Supermarkt um die Ecke mit dem Modeklassiker zu zeigen? Vielleicht sogar Menschen, die noch nie damit in Berührung gekommen sind und eine solche modische Errungenschaft dementsprechend präsentieren würden?
Nichtsdestotrotz sind die Bilder wunderschön, klassisch und erhaben, sodass auch ich mich nicht dem Charme des Freiexemplars entziehen konnte.
Mittwoch, 28. November 2012
Dienstag, 27. November 2012
Das Wochenende war kurz, intensiv und hinterlässt eine brennende Frage. Wieso freut man sich mittlerweile für den Erfolg eines Menschen, mit dem man noch kein einziges Wort gewechselt hat, mehr, als für manch eigenen? Die Virtualität der Welt macht es möglich, dass man am Leben von Menschen auf "stille" Art und Weise teilhaben kann. Man sieht was sie essen, trinken, wo sie ihren Urlaub verbringen, wo sie feiern, wen und was sie lieben und was sie sich aufbauen.
Wenn sie etwas Neues auf die Beine stellen, feiert man den Erfolg mit ihnen, als wäre es der eigene. Als hätte man selbst wie irre geschuftet, um das Ziel zu erreichen. Wie kommt es, dass man das Gefühl hat, man kenne alle, aber in Wirklichkeit kennt man keinen vermutlich nicht einmal sich selbst? Verliert man sich in Strudel der Sozialen Netzwerke und vergisst darüber seine eigenen Beziehungen?
Donnerstag, 22. November 2012
Hin und wieder verschwinden Menschen aus dem Leben. Nicht für immer, aber über einen vorher nicht genau festgelegten Zeitraum sind sie einfach weg. Über diverse Kanäle kann man verfolgen, was sie tun und mit wem und wo sie sich vergnügen, aber ansonsten herrscht absolute Funkstille. Das ist keine böse Absicht, vielmehr bringt uns der Sozialstress dazu, Kontakte über eine Grenze von 400 Kilometern nicht weiter zu pflegen. Dann trifft es sich gut, wenn einer der Betroffenen zufällig wieder in der Stadt ist. Man sieht sich, wechselt anfangs einige Worte und sofort ist das altbekannte, gute Gefühl wieder da. Mit solchen Menschen fühlt man sich sofort wieder gut. Auch wenn der Tag noch so schlimm, traurig, elendig oder anstrengend war. Doch solchen Begegnungen haftet immer der Geschmack von Schuldgefühlen an. Wieso kann man sich nicht mehr bemühen? Wieso ist aus den Augen immer auch ein wenig aus dem Sinn?
V. ist ein Profi im Kontaktpflegen. So sehr, dass mich jeder Anruf, jede Nachricht und jedes andere Lebenszeichen daran erinnert, wie sehr ich meine Lieben vernachlässige, während ich mich in Ekel und Faszination für mein eigenes Leben verliere. V. hält Kontakt nach Berlin, nach Paris, nach Malmö und weiß der Himmel sonst noch wo. Ich habe schon Schwierigkeiten damit, meine Kontakte in meinem Wohnumfeld nicht einrosten zu lassen. Zum Glück gibt es Menschen wie T. und C., die einem solcherlei Nachlässigkeiten nicht nachtragen und das Wiedersehen dafür immer um so schöner machen.
Mittwoch, 21. November 2012
Montag, 19. November 2012
Im November wird es ruhig. Alles entschleunigt und holt Luft vor den Adventswochen, den Feiertagen und der Silvesterparty. Die Welt kühlt ab und verharrt in Frost. Der November ist die Pause unter den Monaten, ein Monat - der gelinde gesagt - eine Verschwendung im Kalender ist. Kalt, grau, nass, stürmisch und nicht zu gebrauchen. Ist es nicht schöner, wenn der goldene Herbst sofort in einen schönen, schneeweißen Winter übergehen würde? Sicherlich würde sich das auch positiver auf die Gefühlswelt sämtlicher Novembermitmenschen auswirken und mir Szenarien, wie das heutige ersparen.
Montagmorgen, am Abgrund der Müdigkeit, wird einem plötzlich das Vergnügen zuteil, den Weg zur U-Bahn in Begleitung eines charmant keifenden Pärchens zurückzulegen. Worum es ging, kann ich gar nicht genau sagen, aber der Streit war schon in vollem Gange, als sie sich Ecke Schliemannstraße an meine Fersen hefteten. An der Kreuzung Pappelallee schaukelte sich alles noch mal richtig hoch und selbst, als ich am Alexanderplatz aus der Bahn flüchtete, waren beide Akteure immer noch in der schönsten Streiterei. Auf nüchternen Magen ist so etwas nur schwer zu ertragen und selbst mit der soliden Basis von Müsli, Ei und Kaffee noch immer eine harte Nummer. Streiten halb neun morgens, in aller Öffentlichkeit und mit einer unermesslichen Ausdauer ist möglicherweise für den einen die Würze in der Beziehung und für den anderen das nötige Ventil um den Montagmorgen im Büro vorzubereiten, für den unfreiwilligen Zuschauer/-hörer ist es jedoch nur eins: anstrengend. Wenn eine Woche im November so beginnt, bleibt einem nur die zweite Tasse Kaffee und eine enorme Portion Optimismus, die es vielleicht noch richten können.
Freitag, 2. November 2012
Wenn man am letzten Sonntag im Oktober so von der Sonne verwöhnt wird, dass man statt des ursprünglichen Weges zum Tiergarten einfach den Weg nach Warnemünde einschlägt, dann weiß man, dass das Leben es manchmal richtig gut mit einem meint. Einen ausgedehnten Strandspaziergang inklusive Räucherfisch und Abendessen später streichelt man sich noch während der Rückfahrt über den gut gefüllten Bauch und verwart das Erlebte für schlechte Zeiten sicher im Gedächtnis.
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